9 Best Practices für modernes Identity & Access Management (IAM)
Wie Sie Ihre IT-Sicherheit stärken, Risiken reduzieren und Compliance nachhaltig sicherstellen
In einer zunehmend hybriden IT-Welt zählt Identity & Access Management zu den zentralen Sicherheitskomponenten jeder Organisation. IAM steuert, wer worauf zugreifen darf, und schützt damit Anwendungen, Daten und Systeme vor Missbrauch. Zugleich ist IAM entscheidend für Produktivität, digitale Transformation und die Einhaltung regulatorischer Vorgaben wie DSGVO, ISO 27001 oder NIS2.
Damit Sie Ihre IAM-Strategie effektiv ausrichten, haben wir neun wichtige Best Practices für Sie als IT-Leiter, CISOs und Geschäftsführer zusammen gestellt.
1. Bewusster Umgang mit dem Zugang zu Daten
Klein-, Mittel- und Großunternehmen aber auch Organisationen verfügen über wertvolle Daten, die Sie schützen möchten. Leider sehen wir immer noch oft genug, dass viele Unternehmen unnötig viele Berechtigungen vergeben. Das ist sehr risikoreich, da Sie dadurch die Kontrolle über den Zugang zu Ihren Daten verlieren. Gleichzeitig erhöht es das Risiko von Datenlecks und möglichen Compliance-Verstößen.
Best Practice:
Identifizieren Sie alle sensiblen Daten
Begrenzen Sie Berechtigungen strikt nach dem „Need-to-Know“-Prinzip
Minimieren Sie Standardzugriffe
Ihr Ziel: So behalten Sie volle Kontrolle und reduzieren Datenrisiken.
2. Zero Trust & Least Privilege als Sicherheitsgrundlage
Zero Trust ist ein Sicherheitsansatz, bei dem Sie das Vertrauen, das Sie Benutzern nach der Authentifizierung gewähren, auf ein Minimum beschränken. Zero Trust bedeutet: Vertraue niemandem automatisch.
Das bedeutet in der Praxis, jede Identität, jedes Gerät und jeder Zugriff wird kontinuierlich geprüft und nicht standardmäßig vertraut.
Eng verwandt mit Zero Trust ist das Least Privilege-Prinzip. Dabei schauen Sie kontinuierlich und kritisch auf die Zugriffsrechte, die Benutzer benötigen. Sie begrenzen diesen Zugang auf ein Minimum, ohne Benutzern dabei bei ihren täglichen Aktivitäten zu behindern. Sie können bei Least Privilege unter anderem Business Rules verwenden, die Sie Benutzern zuweisen, und auf Basis dessen die Rechte festlegen.
Best Practice:
Zugriffsrechte dauerhaft nach Least Privilege optimieren
Rollenmodelle nutzen, um Berechtigungen strukturiert zu vergeben
Erhält eine unbefugte Person unerwartet Zugang zum Account eines Mitarbeiters? Dann begrenzen Sie dank Least Privilege den Impact und den Schaden auf ein Minimum.
3. Erhöhen Sie die Sicherheit mit SSO und MFA
Die Verwendung sicherer Passwörter ist ein wichtiger Punkt für die Sicherheit von Systemen, Anwendungen und Daten. Sie möchten, dass Benutzer ein einzigartiges Passwort verwenden, das komplex genug ist, und dieses sicher aufbewahren.
Best Practice:
SSO reduziert Risiken, indem Mitarbeitende nur einen einzigen Login benötigen.
MFA fügt eine zweite Schutzschicht hinzu, z. B. durch eine Authenticator-App wie HelloID Authenticator oder SMS-Code.
Benutzername und Passwort eines Benutzers wurde geleakt? Dank diesem Prozess verhindern Sie, dass gestohlene Passwörter zu Sicherheitsvorfällen führen und unbefugte Personen damit keinen Zugang erhalten, da ihnen der zweite Faktor fehlt.

4. Automatisierung: Setzen Sie Role-Based Access Control und Attribute-Based Access Control optimal ein
Menschliche Handlungen sind fehleranfällig. Eine Best Practice ist daher das automatisierte vergeben von Autorisierungen und Rechten. Role-Based Access Control und Attribute-Based Access Control helfen dabei. Dabei machen Sie die organisatorische Rolle und Attribute der Benutzer führend bei der Vergabe von Autorisierungen und Rechten. Und sorgen z. B. dafür, dass alle Benutzer der Finanzabteilung oder des Vertriebs über dieselben Rechte verfügen. So vermeiden Sie menschliche Fehler und vereinfachen die Einrichtung von Autorisierungen für neue Benutzer.
5. Vollständige Transparenz: Verwenden Sie IAM-Logdaten
Logdateien sind im Bereich IAM von unverzichtbarem Wert. So können Sie mithilfe von Logdateien Ihre Compliance mit Gesetzen und Vorschriften detailliert nachweisen und Auditprozesse vereinfachen. Sie können zudem genau erkennen, warum ein bestimmter Benutzer bestimmte Rechte erhalten hat. Dies gibt nicht nur weitreichenden Einblick, sondern sorgt auch dafür, dass Sie die vollständige Kontrolle behalten.
Logdaten sind essenziell für:
Audits
Compliance-Nachweise
Fehleranalyse
Security-Monitoring
IAM-Logs zeigen nachvollziehbar: Wer hat welche Rechte – und warum?
6. Entwickeln Sie einen Incident-Response-Plan für IAM
IAM-bezogene Vorfälle gehören zu den kritischsten Security-Risiken. Obwohl Sie selbstverständlich alle Maßnahmen ergreifen, um Ihre Benutzerkonten und Zugriffsrechte zu schützen, kann dennoch etwas schiefgehen. Beispielsweise weil ein verärgerter Mitarbeiter seinen Zugang missbraucht oder weil Hacker durch Schwachstellen Zugang zu einem Benutzerkonto erhalten. Entwickeln Sie daher einen Incident-Response-Plan, der speziell auf IAM zugeschnitten ist.
U.a. zählt dazu:
Missbrauch durch Mitarbeitende
Passwortdiebstahl
kompromittierte Admin-Konten
Ein IAM-bezogener Incident-Response-Plan stellt sicher, dass Sie schnell reagieren können.
7. Prozesse regelmäßig überprüfen und bereinigen
Sie nutzen keine IAM-Lösung oder arbeiten mit einem veralteten System? Dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass all Ihre Prozesse rund um Onboard-, Change-, und Offboarding (Ein-, Wechsel- und Austritt) nicht optimal eingerichtet sind.
Gerade bei gewachsenen oder älteren IAM-Landschaften entstehen:
veraltete Prozesse
Workarounds
Schatten-IT
Gewachsene Berechtigungsstrukturen
Regelmäßige Prozessbereinigung reduziert Sicherheitsrisiken erheblich.

8. Physische und digitale Zugangssicherheit kombinieren
Digitale Sicherheit ist nutzlos, wenn physische Sicherheit fehlt. Konzentrieren Sie sich nicht nur auf den Schutz des Zugangs zu Ihren Unternehmensanwendungen, Datenquellen und anderen Systemen, sondern auch auf andere Formen der Zugangssicherheit. Denken Sie an den Zugang zu Ihrem Firmengebäude und einzelnen Räumen darin.
Beispielrisiken:
unbefugter Zugang zu Serverräumen
Mitarbeiter, die Zugangskarten weitergeben
Zugangssicherheit sollte ganzheitlich betrachtet werden.

9. Nutzen Sie Zertifizierungen, Normen und Sicherheitsstandards
Es gibt eine Vielzahl von Zertifizierungen und Normen im Bereich der Datensicherheit. Die Erfüllung dieser Zertifizierungen und Normen unterstützen Sie dabei, Ihre Sicherheitsprozesse zu verbessern und zusätzlich auch gegenüber Kunden sowie Partnern Vertrauen aufzubauen. Schauen Sie daher genau, welche Zertifizierungen und Normen für Ihre Organisation relevant sind, und profitieren Sie davon.
Wichtige Standards sind u. a.:
ISO 27001
KRITIS
TISAX
BSI
DSGVO
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Geschrieben von:
Jan Pieter Giele
Jan Pieter Giele ist seit 2004 als Managing Director verantwortlich für die Aktivitäten der Tools4ever Informatik GmbH. Von Bergisch Gladbach aus kümmert er sich um die Weiterentwicklung und den Verkauf unserer IAM-Tools in Deutschland, Schweiz, Österreich und Nord- & Osteuropa und überwacht Beratung, Implementierung und Support.
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